Österreich - Die ganze Geschichte
ORFIII-TV-Dokumentationsserie
Staffel 3 - Folge 9: Die geraubte Kindheit / Episode 9: The Stolen Childhood
Buch/Scrip: Carolin Pienkos
Regie/Direction: Florian M. Bayer
Kamera/DOP: Maximilian Smoliner
Schnitt/Editing: Sarah Bernhardt
Sprecher/Narrator: Cornelius Obonya
Produktion: Pammer Film
Hist. Fachbeirat/Historical Advisory Board: Univ.-Prof. i.R. Mag. DDr. Oliver Rathkolb, Prof. Priv.- Doz. Mag. Dr. Hannes Leidinger, Univ.-Prof. Dr.phil. Barbara Stelzl-Marx
Redaktion/Editorial Team ORFIII: Ernst Pohn, Alexander Apostolidis
49 Min, Original-TV-Premiere: 14.5.2026, ORF III
Folge 9: Die geraubte Kindheit
Am 8.Mai 1945, vor 80 Jahren geht der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende. Auch Teile Österreichs liegen in Schutt und Asche. Bereits Ende April 1945 wird die Zweite Republik ausgerufen, das Land steht nach den Jahren der Diktatur und des Krieges vor einem Neubeginn. In den Trümmern des nur zögerlich anlaufenden Wiederaufbaus wächst eine Generation heran, der man die Kindheit geraubt hatte. Ihre ersten Lebensjahre verbringt sie im Bombenhagel, in Luftschutzbunkern, oder Kinderheimen. Viele sind Kriegswaise, von ihren Familien getrennt, oder in den letzten Kriegswochen noch als Kindersoldaten missbraucht worden. Der damals 17-jährige Günter Doubek aus Wien, ist zum Kriegsende Teil einer Volkssturm-Kompagnie in Tirol. Nur mit Glück stirbt er nicht als Kanonenfutter für das in seinen letzten Zügen liegende NS-Regime. In den chaotischen Nachkriegsmonaten schlägt er sich nach Wien durch. Anfang September 1945 kann auch die 14-jährige Gertrude Kirchner wieder nach Hause, nachdem sie im Jahr davor im Zuge der Kinderlandverschickung in ein Heim in Fusch an der Glocknerstraße gebracht worden war. Wieder in Wien angekommen, beginnt sie in einer Schule, in der es weder Fenster noch Türen gibt. Die Folge "Die Geraubte Kindheit", widmet sich jener Generation von Österreichinnen und Österreichern, die die Zeit des Chaos und des Wiederaufbaus in jungen Jahren miterlebt haben, die Zeit der Zerstörung, des Hungers und des Wiederaufbaus. Ihre Erlebnisse und Traumata haben sie geprägt und wirken bis heute fort.
Episode 9: The Stolen Childhood
On 8 May 1945, 80 years ago, the Second World War came to an end in Europe. Parts of Austria, too, lay in ruins. By the end of April 1945, the Second Republic had been proclaimed; after years of dictatorship and war, the country was on the cusp of a new beginning. Amidst the ruins, as reconstruction got off to a slow start, a generation grew up whose childhood had been stolen from them. They spent their early years under a hail of bombs, in air-raid shelters or children’s homes. Many are war orphans, separated from their families, or were abused as child soldiers in the final weeks of the war. Günter Doubek, then 17, from Vienna, is part of a Volkssturm company in Tyrol at the end of the war. It is only by luck that he does not die as cannon fodder for the Nazi regime in its death throes. In the chaotic post-war months, he makes his way back to Vienna. In early September 1945, 14-year-old Gertrude Kirchner is also able to return home, having been sent to a children’s home in Fusch an der Glocknerstraße the previous year as part of the ‘Kinderlandverschickung’ (children’s evacuation programme). Back in Vienna, she starts at a school with neither windows nor doors. The episode ‘The Stolen Childhood’ is dedicated to that generation of Austrians who experienced the period of chaos and reconstruction at a young age – a time of destruction, hunger and rebuilding. Their experiences and traumas have shaped them and continue to have an impact to this day.